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Ausgabe: 46 , Kategorie: Mängel

editorial 3-2002

Die aktuelle Energiepolitik ist nicht ganz unschuldig an einem neuen Phänomen. In Scharen strömen Menschenmassen in den Fachhandel und kaufen Holzfeuerstätten. Im Glauben an vollwertige Zusatzfeuerstätten werden sie – ohne einen Gedanken an den Wärmebedarf zu verschwenden – an unbenutzte Schornsteine angeschlossen. Teilweise vollkommen überdimensioniert, teilweise auch funktionsuntüchtig, manchmal sogar akut brandgefährdend. Wer denkt denn noch an den Abriss des halben Schornsteinkopfes vor 3 Jahren. Der Gefahr trotzend erhitzen diese „Verbrennungsanlagen“ nicht nur das Wohnzimmer oder den Dachstuhl, als angenehmer Nebeneffekt entsorgt der ein oder andere heimlich seinen Unrat. Erst beim ersten Rauchgasaustritt erinnert man sich an seinen Schornsteinfeger. Dieser soll dann alles richten. Hier in Mitteldeutschland ist im Vorfeld eine Genehmigung und bei Inbetriebnahme eine Abnahme durch den Bezirksschornsteinfegermeister notwendig, nur freiwillig möchte sich niemand daran erinnern. Beim Verkauf dieser Feuerstätten wird leider selten darauf hingewiesen. Ein Ofen ist ein modernes Wohnassessoir und ultrachic. So wird der Verstoß gegen geltendes Bauordnungsrecht zur Selbstverständlichkeit. Im Nachhinein offenbart der Bezirksschornsteinfegermeister, eigentlich neutraler Partner des Betreibers, die traurige Botschaft der Über- oder Unterdimensionierung der Feuerstätte, im schlimmsten Falle die Untauglichkeit des Schornsteins. Meist entdeckt er diese Zeitbomben aber erst ein Jahr später. Bleibt zu beten, dass in der Zwischenzeit niemand zu Schaden kommt. Hier ist öffentliche Aufklärungsarbeit dringend nötig. Vielleicht ist es an der Zeit, über eine jährliche Kundenzeitschrift nachzudenken. Apotheker oder Energieversorger zeigen dieses beispielhaft. Es gibt aber auch den Besuchermagneten „mitteldeutsche Handwerksmesse“ in Leipzig. Parallel zur „Haus-Garten-Freizeit“ Messe findet sie vom 15. bis 23. Februar 2003 statt. Auch diesmal werden die mitteldeutschen Schornsteinfeger wieder mit einem Messestand vertreten sein, um zukünftige Betreiber neuer Kaminöfen richtig zu beraten. Insofern gewinnt diese Messe einen immer höheren Stellenwert


 
 

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